Im Alltag begegnet uns heutzutage der Begriff Ayurveda sehr häufig, zum Beispiel beim Kochen oder im Wellnessbereich. Was sich hinter diesem Begriff wirklich verbirgt und warum diese uralte Wissenschaft auch für dich ein sehr wertvolles Hilfsmittel sein kann, erkläre ich in der aktuellen Reihe. Im ersten Teil gebe ich dir eine kleine Einführung zum Ayurveda.

Oft erscheint uns in der westlichen Welt der Ayurveda sehr fremd und merkwürdig. Viele denken nur an Massagen oder exotische Gewürze und Speisen. Doch Ayurveda ist so viel mehr. Wenn man sich etwas damit beschäftigt und begreift, was sich hinter den fremden Begriffen und der bildlichen Sprache verbirgt, kann man viele wertvolle Erkenntnisse und Hinweise für die eigene gesunde Lebensführung gewinnen.

Ayurveda - Die Wissenschaft des Lebens

Der Begriff Ayurveda kommt aus dem Sanskrit und setzt sich aus den beiden Teilen Ayus und Veda zusammen. Ayus bedeut „Leben“ und Veda so viel wie „Wissenschaft“ oder „Weisheit“. Ayurveda ist also die Wissenschaft oder Weisheit des Lebens und befasst sich mit einer gesunden, ausgeglichenen Lebensweise und dem Heilen von Krankheiten. Er ist eines der ältesten Heilsysteme der Welt und hat seinen Ursprung vor mehr als 5000 Jahren im alten Indien. Über die Jahrtausende entwickelte sich diese Wissenschaft, wurde zunächst mündlich weitergegeben, später niedergeschrieben und somit für die Menschen bewahrt.

Ziel des Ayurveda ist die Balance von Körper, Geist und Seele zu erhalten bzw. wiederherzustellen, um so dem Menschen ein ausgeglichenes Leben in Gesundheit zu ermöglichen. Denn es wird davon ausgegangen,I dass die drei Aspekte Körper, Geist und Seele eng miteinander verbunden sind und Gesundheit langfristig nur existiert, wenn sich diese im Gleichgewicht befinden. Viele Erkenntnisse beruhen auf der Beobachtung von Natur und Mensch, sowie dem Einfluss der Natur auf den Menschen.
Ayurveda ist ein Schwestersystem des Yoga. Beide stammen aus Indien, sie sind nebeneinander gewachsen und oft miteinander verwoben. Es handelt sich um praktisch orientierte Lehren, die im täglichen Leben ihren Einsatz finden. Trotz des Ursprungs vor mehreren Tausend Jahren sind Yoga und Ayurveda hochaktuell und auch für uns in Europa praktisch anwendbar.

Was den Ayurveda auszeichnet

Ayurveda ist ein ganzheitliches medizinisches System, das bedeutet es berücksichtigt nicht nur die Symptome für sich gesehen, sondern bezieht das ganze Leben, die Lebensweise mit in seine Betrachtungen ein und gibt für die verschiedenen Bereiche Hinweise für ein gesundes Leben in Balance. Der Ansatz des Ayurveda ist stark präventiv geprägt, es wird also angestrebt, die Gesundheit zu erhalten und nicht erst zu handeln, wenn Krankheiten bereits entstanden sind und Symptome behandelt werden müssen. Es geht also darum, frühzeitig Ursachen und Dysbalancen für potentielle Krankheiten aufzuspüren und auszugleichen.

Wir haben in unserem modernen Leben oft den Kontakt zur Natur und deren natürlichen Rhythmen verloren. Die Folge sind oft Stress, Erschöpfung und die so genannten Zivilisationskrankheiten, wie beispielsweise Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zum Arzt gehen wir meist erst, wenn die Symptome bereits stark ausgeprägt sind. Im Ayurveda ist das anders. Hier wird der Mensch als ein Teil der Natur angesehen, der von ihren Rhythmen beeinflusst wird. Dazu zählen der Tages- sowie auch der Jahreszyklus. Entsprechend orientiert sich die tägliche Lebensführung im Ayurveda an diesen Zyklen und wird darauf abgestimmt. Es gilt auch kleine Dysbalancen auszugleichen und das bereits bevor spürbare Beschwerden entstehen.

Ayurveda

Im Ayurveda wird jeder Mensch individuell betrachtet

Wir sind mehr als ein schlagendes Herz, ein Gehirn, was uns das Denken ermöglicht und Beine, die uns vorantragen. Jeder Mensch ist individuell. Dies findet im Ayurveda besondere Berücksichtigung. Es werden hier fünf Elemente beschrieben, aus denen sich die Welt, alle Materie, zusammensetzt. Diese fünf Elemente sind Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum bzw. Äther. Auch alle Lebewesen werden durch diese Elemente gebildet. Dabei sind die Elemente nicht unbedingt wörtlich, sondern im übertragenen Sinne zu sehen. So steht Feuer beispielsweise für Wärme und Energie, für Stoffwechsel, Verdauung und Intelligenz. Genauer gehe ich auf die Elemente und die so genannten Doshas, Bioenergien, die daraus abgeleitet werden, in den nächsten Teil dieser Ayurveda-Reihe ein.

Jeder Mensch trägt alle Elemente und Bioenergien in sich, aber dabei in einer ihm ganz eigenen Komposition. Das zeichnet ihn aus und bestimmt seine individuelle Konstitution. Damit hat jeder Mensch auch eine ihm eigene Balance. Das bedeutet, was für den einen Menschen gut ist, kann für einen anderen in der gleichen Menge ungünstig sein. Der eine benötigt mehr Schlaf als der andere und so weiter.
Im Ayurveda berücksichtigt man diese Individualität und zielt darauf ab, das für jeden Menschen individuelle Gleichgewicht herzustellen. Das mag nun vielleicht kompliziert klingen, aber im Ayurveda ist es ebenso wichtig ganz undogmatisch vorzugehen, keine starren Regeln aufzustellen, sondern die Achtsamkeit für sich selbst und das eigene Wohlbefinden zu fördern. Damit lernt man wieder mehr zu spüren, was einem individuell gut tut und was einem schadet. Und danach gilt es sich dann auszurichten, aber wie gesagt ganz undogmatisch. Auch kleine Schritte können dabei bereits große Verbesserungen der Gesundheit und des eigenen Energiehaushaltes bewirken.

Wichtige Säulen im Ayurveda

Welche Bereiche werden nun im Ayurveda mit einbezogen? Es geht, wie bereits beschrieben um die ganzheitliche Lebensführung des Menschen. Das berücksichtigt zum einen die Ernährung, aber auch der Tagesablauf. Denn es werden eben auch die natürlichen Rhythmen, wie unser Biorhythmus betrachtet. Folglich spielt im Ayurveda auch der Schlaf eine Rolle. Wann schlafe ich, wie viel schlafe ich etc. Zum Tagesrhythmus und der Ernährung zählt auch, wann ich was esse. Wie gehe ich mit meiner Energie um. Gebe ich mir Pausen und Regeneration.
Yoga, also Asanas, Pranayama, Meditation und eine positive Ausrichtung können ebenfalls Bestandteil in einer ayurvedischen Lebensführung oder Behandlung sein. Ebenso werden die Sinne angesprochen. Ätherische Öle, Massagen und Klänge können mit einbezogen werden. Liegen bereits Beschwerden oder Erkrankungen vor, so werden im Ayurveda auch medizinische Präparate, meist aus definierten Heilpflanzen bestehend, eingesetzt.



Ich hoffe, diese kleine Einführung zum Ayurveda hat dir gefallen. Wie du siehst ist ein vor allem präventiv ansetzendes, ganzheitliches Heilsystem, was sich sehr an unserer Natur ausrichtet. Es wird der Mensch individuell betrachtet und seine Lebensführung so gestaltet, dass er gesund und glücklich in Balance leben kann. Das Gespür für sich selbst wird entwickelt und gefördert, so dass wir wieder mehr lernen zu fühlen, was uns gut tut und was uns schadet. Obwohl der Ayurveda bereits über 5000 Jahre alt ist, ist er immer noch hochaktuell und kann an unser Leben und unsere Bedürfnisse angepasst werden, um uns langfristig und nachhaltig zu unterstützen.

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